Vom Unbewussten zum Bewussten

Aktualisiert: Juli 11

Unser Gehirn funktioniert, sehr vereinfacht dargestellt, wie ein Computer (sorry an die Neurowissenschaft – ist nur ein Bild ). Alles, was du bewusst und unbewusst eingegeben hast, kann wieder abgerufen werden.

Alles, was du erlebst und wahrnimmst, wird in diesem gigantischen Netzwerk gespeichert, wobei aber nur ein geringer Teil wieder bewusst abgerufen werden kann. Das ist notwendig, damit wir uns in dieser komplexen Welt zurechtfinden können. Dein Gehirn hat einen notwendigen Filter eingebaut, der dir hilft, dich zu fokussieren. Stell dir vor, du sitzt mit einer Freundin im Kaffeehaus und ihr unterhaltet euch. Dein Fokus liegt automatisch auf dem, was deine Freundin sagt. Alle anderen Geräusche nimmst du zwar wahr, blendest sie aber zum größten Teil aus. Erst wenn ein überraschendes Geräusch wahrnehmbar ist, lenkst du deine bewusste Aufmerksamkeit in eine andere Richtung.

Genauso geht es dir mit den restlichen Sinneswahrnehmungen. Das was wichtig ist, ist im Vordergrund.


Das Ticken einer Uhr, der Straßenlärm, das Tropfen eines Wasserhahns kann völlig ausgeblendet werden, wenn du zum Beispiel einen interessanten Film siehst.

Oder du bist bei einem Menschen eingeladen, den du nicht magst, weil du glaubst, dass er dich nicht ausstehen kann. Du wirst vieles so interpretieren, dass es dich in deiner Meinung bestätigt.

Du nimmst also nur Teile dessen wahr, was gerade passiert. Der Fokus ist abhängig von deinen Gedanken und Bewertungen.

Wie aber werden Sinneseindrücke und Erfahrungen im Gehirn gespeichert?

Die Fähigkeit zu denken ist eine der größten Errungenschaften in der Entwicklung der Menschheit.


In unserem Gehirn befinden sich unzählige Nervenzellen, sogenannte Neuronen, die sich miteinander vernetzen können. So entwickeln sich in deinem Gehirn im Laufe deines Lebens ganz persönliche Netzwerke. Je öfter diese neuronalen Verbindungen beansprucht werden, desto kräftiger werden sie. Unser Gehirn lernt also am besten durch Wiederholungen und in Verbindung mit starken Emotionen. „What fires together wires together“, lautet die Hebbsche Lernregel. Diese besagt, einfach ausgedrückt: Je öfter du etwas denkst, desto fester wird es im Gehirn vernetzt, bis es ins Unterbewusstsein gelangt. Viele Wiederholungen sind also fester Bestandteil einer erfolgreichen Informationsspeicherung im Gehirn. Je emotionaler eine Erfahrung ist, desto schneller und nachhaltiger erfolgt die Speicherung. Das gilt für positive als auch für negative Erfahrungen.


Sehr vereinfacht beschrieben, werden all dein Wissen, Gedanken und die damit verbundenen Gefühle in sogenannten neuronalen Netzwerken gespeichert.

Nach vielen Wiederholungen geht Gelerntes in das Unterbewusstsein über. Und das ist gut so. Kennst du das nicht auch? Du erledigst viele Handgriffe wie automatisch und musst dich nicht mehr auf das „wie“ konzentrieren. Ein Pianist muss zuerst unzählige Male die einzelnen Passagen üben, bis sie wie von selbst gespielt werden können. Genauso ergeht es Sportlern. Als Autofahrer weißt du sicher auch die Automatisierung der im Unterbewusstsein gespeicherten Handlungsweisen zu schätzen.

Man kann also davon ausgehen, dass unter uns Menschen kaum zwei identische neuronale „Gehirnspeicherplatten“ existieren. Dabei ist unser Speichervolumen beinahe unbegrenzt. Wesentlich ist auch die Tatsache, dass der Mensch fähig ist, seine neuronale Speicherplatte ein Leben lang umzuprogrammieren.


Welche Handlungen deines Tagesablaufes geschehen automatisch? Notiere dir festgefahrenen Gedankengänge, die dir spontan einfallen. (z.B. Ich bin nicht musikalisch. Ich fürchte mich vor vielen Menschen zu sprechen)


Alle Gedanken und Erfahrungen sind immer mit dem jeweils verbunden Gefühl gespeichert.

Dein Gehirn vergleicht jede eingehende Information mit vergangenen Erfahrungen und schüttet gemäß der dazu gespeicherten Gefühle, chemische Substanzen aus, die diesen Speichermustern entspricht. Stell´dir vor, du wurdest als Kind von einem Hund gebissen. Seitdem überkommt dich jedes Mal, wenn du einen Hund erblickst, Angst. Automatisch versuchst du dem Tier aus dem Weg zu gehen. Eine einmal gemachte Speicherung hinterlässt ein Speichermuster im Gehirn, dass dein Denken und Handeln nachhaltig beeinflusst. Wahrscheinlich ist diese Angst für dich schon zur Gewohnheit geworden. Leider hast du nie wieder hinterfragt, ob es nicht besser wäre, dieses unbewusste Reaktionsmuster zu ändern.


Ein anderes Beispiel: Du bist morgens deinem Chef begegnet und hast gesehen wie er angeregt mit dem Personalchef deiner Firma spricht und dabei mehrmals in deine Richtung sieht. Sofort fällt dir ein, dass als du eine ähnliche Situation an deinem vorigen Arbeitsplatz erlebt hast, am nächsten Tag gekündigt wurdest. Angst macht sich breit. Du gehst abends nach Hause, kannst schlecht schlafen und malst dir schon die kommende Katastrophe aus. Am Morgen stehst du mit Herzklopfen auf. Dein Körper ist in Alarmbereitschaft und voller Stresshormone. In der Firma angekommen, bittet dich der Personalchef in sein Büro. Was denkst du?

Aufgrund deiner Erfahrungen und der Gedanken, die dir seit gestern durch den Kopf gegangen sind, erwartest du das Schlimmste, oder?

Und dann betrittst du das Büro und erfährst, dass du befördert wirst und außerdem noch eine Gehaltserhöhung bekommst.

Dein Gehirn hat also Eindrücke (Chef mit Personalchef und Blickrichtung zu dir) aufgenommen und blitzschnell mit bereits vergangenen Erfahrungen verglichen und vorsichtshalber den Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Dies alles geschieht natürlich unbewusst und in Sekundenbruchteilen –noch bevor du fähig bist, die Situation neutral zu überdenken. Du hast ja lediglich deinen Chef in einem Gespräch gesehen. Das ist an und für sich eine neutrale Handlung und könnte 1000 Gründe haben.

Oder: Du hattest wieder einmal Ärger mit deinem Arbeitskollegen. Wie schon so oft, hat er dir eine wichtige Information vorenthalten. Am nächsten Morgen wachst du auf und dein Gehirn läuft blitzschnell auf Hochtouren. Dir fällt der Ärger mit deinem Arbeitskollegen wieder ein und du erlebst die Situation gedanklich abermals. Dein Tag hat bereits negativ begonnen und du hast dein Gehirnnetzwerk „böser Arbeitskollege“ erfolgreich gestärkt und ein wenig mehr gefestigt.

Wenn wir davon ausgehen, dass Gedanken unsere Realität bestimmen, ist es nur allzu logisch, dass du mit diesem Arbeitskollegen dauerhaft Probleme haben wirst. Dazu kommt, dass du diesem Kollegen sicher nicht aufrichtig herzlich begegnen wirst, was er auch spüren wird. Bald schon könnte sich dein neuronales Netzwerk erweitert und verstärkt haben und du fühlst dich bestätigt, dass du am Arbeitsplatz gemobbt wirst. Du wechselst den Job und schon nach kurzer Zeit beginnt deine Tragödie wieder von neuem. Menschen mit diesem Muster befinden sich sicher in deinem Umfeld, oder?

Alles, was der Mensch erlebt, unterliegt seiner subjektiven Bewertung.

Das Sandspiel

Die Mutter betritt die Küche und bemerkt, wie ihre vier Kinder Anna, Tim, Klaus und Eva am Küchentisch Sandkuchen backen. Sie ermahnt die vier, fordert sie auf, aufzuräumen und schickt sie in den Garten.

Anna beschließt, nie wieder Sandkuchen zu backen, denn da gibt es immer nur Ärger. Sie ist zornig und wirft ihr Sandspielzeug in das hinterste Eck des Gartens.

Tim versteht Mutters Einwand und fühlt sich bestätigt, dass sein älterer Bruder Klaus eine Niete ist. Denn der hatte den „genialen Einfall“. Dafür zwickt Tim Klaus ins Bein. Den ganzen Tag über werden die beiden nun streiten.

Klaus ruft seiner Mutter zornig hinterher, dass man es ihr sowieso nie recht machen kann. Wieder einmal fühlt er sich dumm und wertlos.

Eva hingegen, denkt sich: „ Sandspielen in der Küche ist nicht so gescheit“ und vergnügt widmet sie sich dem nächsten Spiel.


Menschen erleben also ein- und dieselbe Situation auf eine völlig andere Art und Weise und ziehen daraus individuelle Schlussfolgerungen.


Anhand deiner Glaubenssätze hast du dir eine individuelle „Brille“ kreiert, durch welche du die Welt siehst und bewertest. Diese „Brille der Glaubenssätze und persönlichen Schlussfolgerungen“ trägst du nun tagtäglich, meist ohne sie auch nur einmal abzulegen. Dabei triffst du auf Mitmenschen, die sich, ebenso wie du, ihrer Brille nicht bewusst sind. Jeder nimmt jetzt also unbewusst an, der andere hätte zumindest ein ähnliches Weltbild wie er selbst. Ein Grund für so manchen Konflikt. Diese Brille veranlasst uns immer wieder die gleichen Fehler zu begehen und immer wieder Situationen zu begegnen, die uns auf die eingeschränkten Blickwinkel aufmerksam machen.

Wie sehr uns negative Glaubenssätze an einem freien, unbeschwerten Leben hemmen, ist uns meist nicht bewusst.

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